«Die fruchtbarsten Entwicklungen haben sich überall dort ergeben, wo [zwei] unterschiedliche Arten des Denkens zusammentrafen.»

(Heisenberg, 1901 – 1976)

 

Der demographische sowie der digitale Wandel stellen Unternehmen und Betriebe vor neue, anspruchsvolle und sich gegenseitig beeinflussende Herausforderungen. Die zunehmende Komplexität bei gleichzeitiger Beschleunigung der Entwicklungen führen nicht nur die älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Stress- und Stressfolgeerkrankungen und die damit einhergehenden Ausfälle in der Belegschaft, Wettbewerbsdruck und Fachkräftemangel bleiben die zentralen Fragestellungen der Wirtschaft.

Verantwortliches und auf nachhaltige Entwicklungen ausgerichtetes unternehmerisches Denken und Handeln muss sich folglich damit auseinandersetzen, wie die Leistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft der Menschen geschützt und erhalten werden kann. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wird somit zum essentiellen Bestandteil einer tragfähigen Unternehmensstrategie.

 

BGM bedeutet mehr als nur einen Teller Obst

BGM stellt den Menschen und seine Arbeitsleistungen als wichtigste Erfolgsfaktoren eines Unternehmens in den Mittelpunkt. „Es ist mehr als ein Aktionismus. Es ist eine Systematik, die Qualität und Ergebnisse sichert.“, konstatiert Dr. Martin Simmel. Er ist Diplom-Psychologe und Geschäftsführer des iGMS Instituts in Regensburg. Gemeinsam mit seinen Kollegen entwickelt er seit vielen Jahren zielgruppenspezifische und innovative Gesundheitsmanagementkonzepte.

 

BGM ist ein Korrektiv zu einem ungesunden 

„schneller, höher, weiter“

 

„Betriebliches Gesundheitsmanagement beinhaltet sowohl verhaltens- als auch verhältnisorientierte Maßnahmen und beantwortet die Frage, was die Mitarbeiter brauchen, um ihre Arbeit gut bewältigen zu können, ohne dadurch krank zu werden.“, erklärt Erich Vogl, der als Betrieblicher Gesundheitsmanager für die Zollner Elektronik AG zuständig ist. „Es verbindet den präventiven Ansatz der Risikoreduktion mit dem Ausbau von Schutzfaktoren und Gesundheitspotenzialen. […] Gut vorbereitete Strukturen sowie eine an die Rahmenbedingungen angepasste Strategie sind wesentliche Erfolgsfaktoren im BGM.“

Nach der langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem iGMS Institut und der Zollner Elektronik AG, gehört deren betriebliches Gesundheitsmanagement mittlerweile zu den besten in ganz Deutschland und wurde 2020 mit dem Corporate Health Award ausgezeichnet. Dieser ist die renommierteste Auszeichnung für exzellentes BGM in Deutschland.

„Ein qualitativ gutes BGM beeinflusst maßgeblich den Erfolg eines Unternehmens.“, berichtet Achim Müller, Personalreferent bei der Nabaltec AG, „Der Arbeitnehmer kann dadurch seinen Gesundheitszustand gezielt verbessern und gesundheitliche Risiken minimieren. Durch Steigerung von Zufriedenheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz sinkt die Bereitschaft zur Eigenkündigung und in der Folge die Fluktuationskosten.“

Josef Dischner, Geschäftsführer der Spedition Dischner im Landkreis Cham, der seit Jahren gemeinsam mit dem iGMS Institut ein systematisches BGM in seinem Betrieb entwickelt und umsetzt, sagt: „Aus unternehmerischer Sicht ist es deswegen so wichtig, weil es zu Zeiten des Fachkräftemangels für uns ganz bedeutend ist, die Gesundheit der Mitarbeiter, sowohl in der Verwaltung als auch die der Fahrer, zu erhalten und damit letztendlich das Unternehmen auch nach außen hin interessant zu machen.“

 

GEMEINSAM Fragen stellen, ein Thema bearbeiten 

und bestmögliche Lösungen entwickeln

 

Die Umsetzung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements kann von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich ausfallen. Oft mangelt es gerade kleinen, mittelständischen Betrieben an Expertise oder Ressourcen, die die erfolgreiche Implementierung eines systematischen BGMs ermöglichen.

Wie macht das ein großes Unternehmen oder ein größeres? Ist es leichter? Ja, oder wie macht das ein kleines Unternehmen? Ist es vielleicht gerade da leichter, weil es ein kleines Unternehmen ist und die Entscheidungswege mitunter kürzer sind?“

Diese und weitere Fragen sind laut Dr. Martin Simmel der Grundgedanke des Gesunde Unternehmen Gruppenkonzepts. „Branchenübergreifend und unabhängig von der Unternehmensgröße begleiten wir Betriebe bei der Einführung und Umsetzung. Die Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Unternehmen beschäftigen sich gemeinsam mit den zentralen Herausforderungen eines BGM Systems. Das Wissen der Experten und die Erfahrungen in den Betrieben führen zu praxistauglichen Ansätzen und Lösungen. Frustrationserlebnisse können in einer Gruppe mit Gleichgesinnten geteilt und reflektiert werden.“

„Es entsteht ein reichhaltiges Repertoire an Erfahrungswissen, das in diesem Gruppenkonzept zusammengeführt wird.“, ergänzt Willy Graßl, Mitherausgeber des Buches: „Betriebliches Gesundheitsmanagement mit System“.

Ein Standardwerk für den Mittelstand

Dieser Praxisleitfaden führt reale Fallbeispiele auf, beschäftigt sich mit  arbeitsmedizi-nischen Aspekten und liefert Antworten auf Rechtsfragen rund um das Thema Betrieb-liches Gesundheitsmanagement mit System.

Dr. Martin Simmel und Willy Graßl bilden gemeinsam mit 17 weiteren Expertinnen und Experten aus verschiedenen Unternehmen ein Autorenteam, das die Schwerpunkte dieses Themas von allen Seiten beleuchtet. Sie sind der Überzeugung, dass ein durchdachtes, strategisch ausgerichtetes BGM „für die Zukunftsfähigkeit des Mittelstands von hoher, wenn nicht existenzieller Bedeutung ist“.

Auf rund 180 Seiten liefert das Standardwerk konkretes Handwerks- und Rüstzeug für die erfolgreiche Einführung und Weiterentwicklung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements in mittelständischen Unternehmen. Gleichzeitig skizziert es den roten Faden für das Gesunde Unternehmen Gruppenkonzept.

Weitere Details zum Buch erfahren Sie über den folgenden QR-Code:

 

Erschaffung eines Netzwerks, das sich selbst helfen 

und nachhaltig weiterentwickeln kann

 

Um zu überprüfen, inwiefern das Gesunde Unternehmen Gruppenkonzept Vorteile gegenüber anderen Modellen zur systematischen Etablierung eines Betrieblichen Gesundheits-managements mit sich bringt, führte Daniela Lechl, Bachelorandin an der Hochschule Deggendorf, eine wissenschaftliche Betrachtung des Konzepts, am Beispiel der  Umsetzung im Landkreis Kelheim durch. Dort waren insgesamt 19 verschiedene Unternehmen vertreten.

„Die Ergebnisse zeigen, dass das Gruppenkonzept großes Potential bietet, um die Konzipierung und Umsetzung von BGM in kleinen und mittelständischen Unternehmen zu verbessern.“, bestätigt die Autorin.

Über folgenden QR-Code können Sie die ganze Bachelorarbeit lesen und mehr zu dieser Thematik erfahren:

 

Psychische Belastung im beruflichen Kontext

 

Um später ein erfolgreiches Konzept für die Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements mit System zu gewährleisten, ist eine Gefährdungsbeurteilung der psychischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz unerlässlich. Die Unternehmen in Deutschland sind seit 2013 per Arbeitsschutzgesetz sogar dazu verpflichtet, diese Elemente mit zu berücksichtigen.

„Die Hoffnungen und Ängste der Menschen können einflussreiche Kräfte sein und sich körperlich auswirken. Daher stellt uns und nicht zuletzt die Verantwortlichen in den Unternehmen, die Beurteilung des  sogenannten ,Psychischen‘ vor spannende und herausfordernde Aufgaben.“, erklärt Dr. Martin Simmel.

In seiner Dissertation zeigt er, dass die Erfassung psychischer Belastungsfaktoren „außerordentlich vieler und komplexer Kategorien“ bedarf. Bei der Beantwortung der Frage, was psychische Belastungsfaktoren sind und wie man diese im Arbeitskontext erfassen kann, werden zwei Unternehmen als Beispiele aus der betrieblichen Praxis herangezogen.

Als Konsequenz der Gefährdungsbeurteilung konnte in diesen Betrieben jeweils ein konkretes Gesundheitsmanagementprojekt entwickelt werden.

Bei Interesse können Sie über folgenden QR-Code die ganze Dissertation lesen und sich selbst einen Eindruck zu dieser Thematik verschaffen:


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